Die Wildfire Story

Phase 1

Vorbereitung & Vorab-Planung

Die Katastrophenschutzbehörde der Stadt Berlin und die Berliner Feuerwehr beginnen den Tag im Normalbetrieb. Hinter den Kulissen werden Einsatzbereitschaft und Vorsorgeplanung kontinuierlich optimiert.

Mit der Lösung von Deccan International haben Planer bereits simulationsbasierte Vorab-Einsatzplanung und Risikomodellierung für den Großraum Berlin und die umliegenden WUI-Zonen (Wald-Siedlungs-Übergangsbereiche) durchgeführt. Die Identifikation von WUI-Risikokorridoren, potentiell betroffener kritischer Infrastruktur sowie die simulationsgestützte Optimierung von Standortabdeckung, Reaktionszeiten und Spitzenlastkapazitäten ermöglichen es den Entscheidungsträgern, Ressourcen proaktiv zu positionieren und zu verstehen, wie ein schnell fortschreitender Vegetationsbrand unter Extremwetterbedingungen in urbane Gebiete übertreten könnte.

Phase 2

Detektion, Lageaufklärung & Ersteinsatz

Im Laufe des Vormittags gehen im Echtzeit-Lagebild der Stadt vermehrt OSINT-Berichte über dichten Rauch und Explosionen ein. Durch das gemeinsames interdisziplinäres Lagebild auf Basis des Geographischen Informationssystem ArcGIS von Esri werden Informationen unmittelbar für Feuerwehr, Katastrophenschutz und Partnerbehörden sichtbar. Automatisierte Warnmeldungen informieren relevante Akteure über die eskalierende Lage.

Nur kurze Zeit später gehen auch bereits die ersten Notrufe in der Leistelle der Berliner Feuerwehr ein. Mit dem Leitstellensystem IGNIS Plus von Sopra Steria wird der Ort der Explosionsmeldungen mithilfe integrierter GIS-Unterstützung eindeutig identifiziert und unmittelbar in der Lagekarte visualisiert. Auf Grundlage des ermittelten Einsatzstichwortes findet das System selbstständig die geeigneten Einsatzkräfte und übernimmt deren automatische Disposition und Alarmierung.

Die alarmierten Einsatzkräfte können sich über die an Bord der Einsatzfahrzeuge eingesetzte digitale Führungsunterstützungsplattform CommandX von Eurocommand bereits auf dem Weg zum Einsatzort mit allen verfügbaren Informationen versorgen und sich dadurch vorbereiten. Anhand der Lagekarte im CommandX wird festgestellt, dass sich das Feuer auf einer mit Munition kontaminierten Fläche befindet.

Phase 3

Eskalation, Prognose & Behördenübergreifende Zusammenarbeit

Aufgrund des eskalierenden Gefahrenpotenzials werden frühzeitig Spezialfähigkeiten eingebunden.

Feueranalysten von @fire geben analytische Unterstützung aus dem rückwärtigen Bereich und identifizieren eine erwartete Winddrehung am Nachmittag, die die Lage dramatisch verschärfen könnte.

Um ein hochaufgelöstes Lagebild aus der Luft zu erhalten, wird das MACS-Kamerasystem des DLR in der Drohne aktiviert. Es überträgt in Echtzeit präzise Lagekarten und unterstützt die Lageaufklärung und -einschätzung.

Daraufhin werden zusätzliche Einheiten unter Nutzung des dKräftemanagers von Dataport alarmiert, inkl. länderübergreifender Hilfe, spezialisierte Löschmannschaften von @fire und eine größere Anzahl an Luftfahrtzeugen. Die Einheiten werden in Echtzeit miteinander vernetzt, um ein einheitliches Lagebild zu behalten und eine reibungslose Koordination zu ermöglichen.

Trotz der schnellen Maßnahmen verhindern extreme Trockenheit, Wetterbedingungen und UXO-Gefahren eine frühzeitige Eindämmung. Ein Stadtbezirk muss evakuiert werden, da der Brand auf besiedelte Bereiche übergreift.

Phase 4

Kommunikationsresilienz

Zudem wurde ein wichtiger Sendemast für TETRA BOS und Mobilfunk vom Feuer beschädigt. Durch die Nutzung der Satellitenkommunikationssysteme an allen relevanten Führungsstellen aus dem ERNA-Portfolio der MBS konnte die Vernetzung der Systeme aufrechterhalten werden.
Dank der LEO-Satcom-Anbindung sind Führungsstellen nicht auf eine Internetverbindung angewiesen; eine direkte Kommunikation zwischen allen einsatzbeteiligten Stellen ist jederzeit gewährleistet.

Phase 5

Weiträumige Such- und Rettungsaktionen

Sobald der Brand unter Kontrolle gebracht wurde, verlagert sich der Fokus auf die Such- und Rettungsmission. In dieser Phase kommen Fähigkeiten der NAPSG (National Alliance for Public Safety GIS) Foundation zum Einsatz, die sofortigen Such- und Rettungsaktionen in urbanen Gebieten und Wiederaufbaumaßnahmen über SARCOP unterstützen.

SARCOP bietet einen strukturierten, kartenbasierten Rahmen, der Feldteams, Stäbe und Analysten in einem einzigen Lagebild integriert und effiziente Maßnahmenplanung für Rettung und Wiederaufbau ermöglicht.

Phase 6

Kommunikationsresilienz

ICEYE-Analysen, mit ihrem Fokus auf SAR-Bildern, liefern ein vollständiges Bild der durch das Feuer verursachten Schäden, schon bevor sich der Rauch verzogen hat. Diese Analysen ermöglichen es den Behörden, Auswirkungen zu quantifizieren und Wiederaufbaumaßnahmen zeitnah und effizienter zu planen.